Künstlerisches Talent zeigt sich selten gleichermaßen über Generationen hinweg, doch Mimmo und Francesco Jodice sind eine Ausnahme. Mimmo ist seit den 1960er Jahren ein Pionier der italienischen Fotografie und hat deren internationalen Aufstieg geprägt. Francesco beschäftigt sich mit urbanem Wandel und sozialen Landschaften. Zum ersten Mal reflektieren Vater und Sohn über Kunst, Städte und die gesellschaftliche Rolle der Fotografie und bieten einen Seitenblick auf eine sich verändernde Welt.
In Anwesenheit des Regisseurs Matteo Parisini.
Bilder zeigen den Versuch eines filmischen Porträts der katalanischen Dichterin Lala Blay, das ich vor 20 Jahren unvollendet gelassen habe.
Sie liest ihre Gedichte im Garten ihres Elternhauses, denkt nach, wartet, verzweifelt manchmal, lacht und spa- ziert durch den Wald... Wir sehen ver- schiedene Ecken des Gartens, Bäume, Katzen, viele Katzen, Berge, Schatten und Geister. Es gibt auch andere Bilder, zu denen die Bilder, die ich einst gedreht habe, eine Affinität haben: Fragmente von Filmen, Büchern und Dichtern, Malern, Gemälden ... die mich immer noch verfolgen. Es gibt auch Musik und es gibt Verlust ... und sogar eine Art Magie.
Während die Bilder aufeinander folgen, sitze ich vor dem Bildschirm und lese meinen Text. Ein Monolog... oder ist es ein Dialog? Mit den Bildern? Mit der Poesie? Mit dem Publikum? Ich erzähle, warum ich Lala filmen wollte, und spekuliere, warum ich es nicht geschafft habe. Was bedeutet es, Bilder zu machen? Was wäre, wenn das Erstellen von Bildern nichts anderes wäre, als sie als einen Ort der Zuneigung und Zugehörigkeit anzuerkennen? Einen Ort, den wir als Zuhause bezeichnen könnten? Und was wäre, wenn diese Verbindung zerbrochen wäre? Dieser Lovesong ist ein Versuch, zu den Bildern zurück- zukehren, die man einst geliebt hat und zu denen man gehörte. Es ist ein Essay, um die verlorene Stimme wiederzufinden, und eine Reflexion über die Möglichkeit, wieder etwas zu schaffen. Es ist ein Film, der nur existieren kann, wenn ich ihn erzähle.
Eine Familie versammelt sich in Südportugal, um über das Erbe, Papas Haus, zu streiten. Küsse und Umarmungen schlagen rasch in offene Konflikte um, während ein Waldbrand die Region verwüstet. 18 Holes to Paradise erzählt von Familie und Gesellschaft – und von Flammen im wörtlichen wie im übertra- genen Sinn: von Gier, Fortschrittsglauben und menschlicher Zerbrechlichkeit.
In Anwesenheit des RegisseursJoão Nuno Pinto
Verloren in den wilden und abgelegenen Landschaften Paraguays versucht eine seltsame Gemeinschaft von Europäern, ein abgeschottetes „Paradies“ zu errichten, weit weg von allem, was sie als Verfall der modernen Welt betrachten. Verschwörungstheoretiker, Rechtsextremisten und alle möglichen exzentrischen Menschen kommen in die Siedlung, deren Gründer und Anführer ein gewiefter Österreicher ist. Indem er das Porträt des Gründers der Gemeinschaft zeichnet und die Geschichten sowohl der Siedler als auch der Paraguayer rund um das abgeschottete Gebiet nachzeichnet, das sich als Utopie präsentiert, ist „Around Paradise“ ein aufschlussreicher Film, der – indem er das sogenannte Paradies indirekt und andeutungsweise durch schwarzen Humor und eine metaphysische Linse beleuchtet – eine Reihe drängender Themen unserer Zeit anspricht: vom Aufstieg der extremen Rechten und ihren historischen Wurzeln bis hin zum modernen Kolonialismus durch Wirtschaft und digitale Technologie.
In Anwesenheit der Regisseurin Yulia Lokshina
16. Jahrhundert: Der junge portugiesische Seefahrer Magellan widersetzt sich seinem König, um spanische Unterstützung für eine Reise nach Osten zu erhalten. Trotz Hunger, Meuterei und Entbehrungen erreicht er den malaiischen Archipel, wo seine Besessenheit von Eroberung und Bekehrung unkontrollierbare Gewalt entfacht. Der Film erzählt die wahre Geschichte seiner Reise.
In Anwesenheit des Regisseurs Lav Diaz
Ende des 19. Jahrhunderts baut sich der junge Metello nach dem Verlust seiner Eltern ein neues Leben auf. Er heiratet Ersilia, bekommt einen Sohn und engagiert sich politisch, was zu seiner Verhaftung und Flucht führt. Im Exil hat er eine Affäre mit einer Lehrerin, mit der er eine Tochter zeugt, doch schließlich erkennt er, dass sein Platz zu Hause bei Ersilia ist.
In Anwesenheit des Regisseurs Mauro Bolognini
Bei einem Vorsprechen für eine TV-Castingshow kann die 16-jährige Lea nicht definieren, wer sie wirklich ist. Zuhause im provinziellen Ostdeutschland ist alles verworren: getrennte Eltern, gestresste Großeltern, eine missverstandene Tante, und die beste Freundin, die sich in jemand anderen verliebt. Kann sie
ihre Geschichte so vor der Kamera erzählen?
In Anwesenheit der Regisseurin Eva Trobisch
CAPA DE HONRAS LA CUONTA DE L GAROTICO I L BIELHO(20 min.)
Weihnachten in einem Dorf in Trás- os-Montes. Valentine möchte seinen Vater in Luxemburg besuchen und schließt sich dafür Justino, einem weisen alten Mann, an.
DEME KE PELÊ GOZAN BENÎ ZER(91 min.)
Civan, ein junger Vater, ist schwer krank und versucht, seinem Sohn Feyzi das Leben zu lehren, ohne ihm offen zu sagen, dass er sterben wird. Inmitten politischer Konflikte, Verbote, Verschleppungen und Todesfälle wird das Leben zur Hölle. Eine Vater-Sohn-Geschichte aus der vom Krieg zerrütteten kurdischen Region der Türkei.
In Anwesenheit des Regisseurs Mehmet Ali Konar
Vier Geschichten aus verschiedenen Zeiten in Sangerhausen. Eine Kellnerin, eine Reinigungskraft, eine iranische Filmemacherin und ein Reiseleiter. Kleine Ereignisse, zufällige Begegnungen und poetische Details entfalten sich und verbinden marxistische Themen mit Schönheit und Licht. Liebe, Geister und subtile Solidarität prägen diese intimen, stillen lyrischen Geschichten.
In Anwesenheit des Regisseurs Julian Radlmaier
