Ausgangspunkt dieses investigativen Dokumentarfilms ist ein tödlicher Unfall in Florida, an dem ein Tesla-Fahrzeug mit aktiviertem Autopilot beteiligt war. Eine Frau kam dabei ums Leben, und ein Gericht machte Tesla später teilweise für denn Vorfall verantwortlich. Von diesem konkreten Ereignis ausgehend entfaltet Andreas Pichler eine umfangreiche Recherche, die auf geleaktem Whistleblower-Material, internen Dokumenten sowie auf Recherchen internationaler Medien basiert.
ELON MUSK UNVEILED – The Tesla Experiment rekonstruiert den Kontext, in dem Elon Musk seit 2014 der Welt das Versprechen eines selbstfahrenden Autos präsentiert und damit Begeisterung und Erwartungen schürt. Was jedoch zutage tritt, ist eine komplexere Realität: Eine Technologie, die noch nicht für den Straßenverkehr bereit ist, wird auf den Markt gebracht, während die Kunden unwissentlich Teil eines globalen Experiments werden und durch ihre tägliche Nutzung Daten liefern. Dashcam- und Überwachungskameraaufnahmen zeigen plötzliche Bremsmanöver, unkontrollierte Beschleunigungen und schwere Unfälle, oft mit dramatischen Folgen.
Der Film lässt Opfer und Angehörige ebenso zu Wort kommen wie ehemalige Tesla-Mitarbeiter:innen, Journalist:innen, Expert:innen und Whistleblower, die erstmals öffentlich über interne Abläufe, Entscheidungsstrukturen und den Umgang mit Sicherheitsproblemen sprechen. Im Zentrum steht dabei weniger die einzelne Fehlentscheidung als vielmehr ein System, in dem technologischer Fortschritt, Marktlogik und öffentliche Inszenierung eng miteinander verwoben sind.
Bereits lange vor der Arbeit an ELON MUSK UNVEILED – The Tesla Experiment hatte Andreas Pichler direkten Kontakt zu Elon Musk. 2011 interviewte er ihn erstmals im Rahmen eines früheren Projekts. Damals galt Musk als „grüner“ Tech-Visionär: als junger Hoffnungsträger des Silicon Valley, der für technischen Optimismus stand und für den Glauben, dass ökologischer Wandel durch technologische Innovation möglich sei. Pichler erlebte ihn zu dieser Zeit als offen und zugänglich, überzeugt davon, dass Elektromobilität und neue Technologien die Welt nachhaltig verändern könnten. Der Film zeichnet den öffentlichen und politischen Wandel Elon Musks nach: vom Symbol einer nachhaltigen Zukunft und technologischen Erneuerung zu einer zunehmend polarisierenden Figur mit wachsendem politischem Einfluss bis hin zu seiner Unterstützung für Donald Trump in einem Kontext, in dem unternehmerischer Erfolg Vorrang vor Sicherheitsvorschriften hat.
Die Entstehung von ELON MUSK UNVEILED – The Tesla Experiment nahm Jahre später ihren Anfang, als Produzent Christian Beetz und die Produktionsfirma beetz brothers in Kontakt mit investigativen Journalist:innen kamen, die zu Tesla recherchierten. Ausgangspunkt waren die „Tesla Files“, umfangreiche interne Daten, die von Whistleblower Lukasz Krupski an das deutsche Handelsblatt weitergegeben wurden. In enger Zusammenarbeit mit Journalist:innen des Handelsblatts sowie später auch der New York Times wurden diese Dokumente ausgewertet. Sie offenbarten tausende Beschwerden von Tesla-Kund:innen, interne Hinweise auf technische Probleme und einen problematischen Umgang mit Sicherheitsfragen.
Mit dem Film knüpft Andreas Pichler an die Themen seines bisherigen filmischen Werks an. In Dokumentarfilmen wie Das Venedig Prinzip, Das System Milch, Alkohol – Der globale Rausch oder zuletzt Gefährlich nah – Wenn Bären töten hat er wiederholt untersucht, wie wirtschaftliche und politische Systeme funktionieren und welche oft unbeabsichtigten Folgen sie für Menschen und Umwelt haben.
Vincenzo Bugno, künstlerischer Leiter des Bolzano Film Festival Bozen, betont:
„Wir sind glücklich und stolz, ELON MUSK UNVEILED von Andreas Pichler als Eröffnungsfilm des nächsten Festivals in Bozen präsentieren zu dürfen. Wir bewundern Andreas' Arbeit und fühlen uns seiner Art, sich mit einer oft bedrohlichen Gegenwart auseinanderzusetzen, verbunden. Auch MUSK UNVEILED wird uns, wie seine anderen Werke, sicherlich nicht gleichgültig lassen.“
Der Eröffnungsfilm markiert den offiziellen Auftakt des 39. Bolzano Film Festival Bozen (10. - 19.04.2026)










