10.–19.04.2026

Ehrenpreis für eine herausragende Filmkarriere

Jedes Jahr vergibt das BFFB zwei Ehrenpreise an Persönlichkeiten, die in der Welt des Kinos in Italien, Österreich, Deutschland, der Schweiz oder Slowenien von besonderer Bedeutung sind. Audiovisuelle Fachleute, die sich im Laufe der Jahre durch hervorragende Leistungen in der Entwicklung ihrer Arbeit ausgezeichnet haben. Die Preisträger werden mit den Ehrenauszeichnungen des Festivals geehrt. Eine Auswahl der wichtigsten Filme, an deren Entstehung sie beteiligt waren, wird gezeigt.

In Zusammenarbeit mit dem Verkehrsamt Bozen.

Mehr lesen Weniger
BFFB 39 Ehrenpreis für eine herausragende Filmkarriere

Das Bolzano Film Festival Bozen verleiht in seiner 39. Ausgabe, in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsamt der Stadt Bozen, den Ehrenpreis für eine herausragende Filmkarriere an Ottavia Piccolo und Ulrike Ottinger. Die Ehrenpreise des 39. BOLZANO FILM FESTIVAL BOZEN werden in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsamt der Stadt Bozen verliehen. 

Ottavia Piccolo
Wir bewundern Ottavia Piccolo zutiefst. Sie ist nach wie vor Teil der Geschichte des italienischen und europäischen Kinos, Fernsehens und Theaters. Seit Beginn ihrer Karriere im Alter von elf Jahren hat sie einen bleibenden Eindruck auf alle hinterlassen, die ihre Auftritte erlebt haben. Es ist schwierig, die vielen Regisseur:innen und Autor:innen, mit denen sie in mehr als sechzig Jahren Tätigkeit zusammengearbeitet hat, aufzulisten. Einige Namen: für das Theater Squarzina, Strehler und Ronconi, für das Kino Visconti, Bolognini, Sautet. Im Fernsehen spielte sie Rollen in Serien, die auf großen Klassikern der Literatur basieren und ihre ohnehin schon beachtliche Popularität weiter steigerten. In Bozen präsentieren wir einen für ihre Karriere besonders wichtigen Film: Metello von Mauro Bolognini, für den sie 1970 beim Filmfestival in Cannes den Preis als beste Darstellerin erhielt. Außerdem zeigen wir 7 minuti von Michele Placido aus dem Jahr 2016. Ottavias Tätigkeit geht unermüdlich weiter, vor allem auf der Bühne. Beeindruckend ist aber auch ihr zivilgesellschaftliches Engagement und ihre aktive Präsenz in der Welt: Sie ist eine kritische Stimme. Sie tröstet uns in diesen oft dunklen und schmerzhaften Jahren. Danke, Ottavia!“ - Vincenzo Bugno

Ulrike Ottinger
Ulrike Ottinger überrascht uns immer wieder aufs Neue. Ihr künstlerischer Werdegang ist von unschätzbarem Reichtum und führt durch die Geschichte des 20. und frühen 21. Jahrhunderts. Sie zieht von Deutschland nach Paris, wo sie die entscheidenden Jahre zwischen Anfang und Ende der 60er Jahre verbringt. Dann zieht sie nach West-Berlin und setzt eine nicht in eine Schublade zu steckende Karriere fort. Als Galeristin, Fotografin, Bühnenbildnerin, Theater-, Opern-, Dokumentar-, Hybrid- und Spielfilmregisseurin hat sie ein avantgardistisch Gesamtkunstwerk geschaffen, das insgesamt als vielseitig queer durch alle Bereiche zu bezeichnen ist. In ihrem letzten Film bietet sie uns eine unterhaltsame (und lustige) Vampirgeschichte. Ihre jahrzehntelange Forschung ist nicht nur originell, sondern auch rigoros. Ihre Arbeit als Dokumentarfilmerin führt uns weit über die Grenzen des Westens hinaus und bringt Dinge näher, die weit über unser selbstverständliches Wissen hinausgehen. Deutschland, Berlin, die Wiedervereinigung. Sicher. Aber auch – oder vielleicht sogar vor allem – Asien. China, Japan, die Mongolei. Afrika. Ulrike Ottinger, eine Schamanin? „Das Kino ist für mich ein animistisches Medium“, sagt sie oft. In Bozen präsentieren wir zwei Filme von Ulrike Ottinger: Paris Calligrammes aus dem Jahr 2019, der die für die Ausbildung der Regisseurin grundlegenden Jahre in Frankreich nachzeichnet, und Johanna D’Arc of Mongolia (1989).“ - Vincenzo Bugno