10.–19.04.2026

BFFB 39 INDUSTRY

Industry-Angebot des Bolzano Film Festival Bozen 2026: Vernetzung, Talentförderung und ein wachsendes Ökosystem

Das Bolzano Film Festival Bozen – BFFB, das nun bereits im vierten Jahr unter der künstlerischen Leitung von Vincenzo Bugno stattfindet, etabliert sich zunehmend als Ideenschmiede mit einem immer vielfältigeren Angebot für die Filmbranche. Diese Entwicklung ist eng mit der Zusammenarbeit mit und zwischen den verschiedenen Institutionen verbunden, die Südtirol als Ort der Kultur und des audiovisuellen Schaffens prägen, darunter die IDM Film & Music Commission, die Filmschule ZeLIG, die Film Association Südtirol (FAS) und der HDS Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol.

Südtirol ist filmbegeistert. Das fasziniert mich. Es geht nicht nur um die Lebendigkeit der hiesigen Filmbranche, sondern auch um das gegenwärtige und zukünftige Potenzial für die Entwicklung eines starken Profils und weiterer lokalen, nationalen, internationalen Synergien und Kooperationsmöglichkeiten, die auf wirtschaftlichen, kulturpolitischen und künstlerischen Ebenen eine zunehmend wichtige Bedeutung spielen können. Das BFFB sieht sich eindeutig als einer der Akteure des Filmstandorts Südtirol und möchte sich dafür aktiv starkmachen.“ - Vincenzo Bugno

Das diesjährige Industry-Programm vereint unterschiedliche Formate, die ineinandergreifen und gemeinsam ein lebendiges Bild der regionalen und internationalen Filmlandschaft zeichnen: Mit MASO wird ein internationales Trainings- und Förderprogramm für Kurzfilmprojekte präsentiert, während NEDC gezielt die Entwicklung von Dokumentarfilmen in Norditalien unterstützt. Scriptum rückt die Arbeit von Drehbuchautor:innen in den Fokus und macht kreative Prozesse öffentlich erlebbar. Die verstärkte Zusammenarbeit mit der Filmschule ZeLIG bringt nicht nur neue Impulse in den Festivalbetrieb, sondern stärkt auch die Verbindung zwischen Ausbildung und Praxis. Ergänzt wird das Programm durch das Female Speed Meeting als Plattform für Austausch und Sichtbarkeit sowie durch den Talk zum Filmstandort Südtirol, der aktuelle Entwicklungen und Zukunftsperspektiven der Branche reflektiert.

Mehr lesen Weniger
MASO – Förderung neuer Talente im Kurzfilm

MASO ist ein internationales Trainingsprogramm für die Entwicklung, Produktion und Verbreitung von Kurzfilmen. Initiiert von der IDM Film & Music Commission Südtirol, dem BFFB und den Kulturabteilungen der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, richtet sich das Programm an aufstrebende Filmschaffende aus verschiedenen Regionen Europas und darüber hinaus. Es entsteht in Zusammenarbeit mit Partnern wie Arctic Film Norway, Ciclic Centre-Val de Loire, dem Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport der Republik Österreich (BMWKMS), FilmCamp Norway, dem Fondo per l’Audiovisivo del Friuli Venezia Giulia, Hessen Film & Medien GmbH, dem Italian Short Film Center, dem Roma Creative Contest sowie ZeLIG – School for Documentary, Television and New Media Bozen.


Am 14. April 2026 steht der MASO Industry Day im Mittelpunkt des Festivals: Die Teilnehmer:innen der zweiten Ausgabe präsentieren ihre Projekte im Rahmen eines Pitchings vor internationalen Branchenvertreter:innen. Gleichzeitig wird die dritte Ausgabe von MASO offiziell vorgestellt.


Mit MASO bringen wir lokale Filmschaffende gezielt mit internationalen Talenten und Branchenexpert/-innen in ein starkes Netzwerk“, sagt Renate Ranzi, Head Film & Music Commission von IDM. „So unterstützen wir nicht nur die nächste Generation von Filmemacher/-innen, sondern positionieren Südtirol als dynamische Talentschmiede und machen unseren Filmstandort sowie unsere Förderinstrumente international sichtbar.


Das Programm zeichnet sich durch seinen klaren Fokus auf Diversität, Inklusion und internationale Zusammenarbeit aus. Es bietet nicht nur künstlerische Betreuung durch erfahrene Tutor:innen, sondern auch konkrete Produktionsunterstützung und Sichtbarkeit auf internationaler Ebene. Mit Partnern aus ganz Europa hat sich MASO als bedeutende Plattform für neue filmische Stimmen etabliert.

NEDC – Dokumentarfilm im Fokus

Nord/Est/Doc/Camp (NEDC) ist eine gemeinsame Initiative mehrerer Festivals und Filmförderinstitutionen aus Nordostitalien, darunter das Bolzano Film Festival Bozen, das Euganea Film Festival und das Pordenone Docs Fest, unterstützt von der Friuli Venezia Giulia Film Commission, der IDM Music & Film Commission Südtirol, der Trentino Film Commission, der Veneto Film Commission und in Zusammenarbeit mit dem Fondo Audiovisivo FVG. Ziel ist die Entwicklung innovativer Dokumentarfilmprojekte und die Stärkung regionaler sowie internationaler Kooperationen.


Für die vierte Ausgabe wurden vier Projekte ausgewählt, die sich durch ihre thematische Vielfalt und künstlerische Eigenständigkeit auszeichnen: Grand-Popo von Nuno Escudeiro, Mia sorella è un pirata von Jacopo Mutti, Quando è pronto, il fieno canta von Letizia Buoso sowie Sonic Silence von Alessandro Ambroggi und Ludovico Chincarini.


NEDC bietet den teilnehmenden Teams einen strukturierten Entwicklungsrahmen, in dem Projekte geschärft, Produktionsstrategien ausgearbeitet und Kontakte zu potenziellen Partner:innen geknüpft werden. Damit trägt das Programm wesentlich zur Professionalisierung des Dokumentarfilms in den Regionen bei.

ZeLIG – Ausbildung trifft Festivalpraxis

Die Zusammenarbeit zwischen der Filmschule ZeLIG und dem BFFB wird in diesem Jahr deutlich intensiviert und ist Teil einer umfassenderen Vision: dem Aufbau und der Konsolidierung eines nachhaltigen Filmökosystems in Südtirol.


Erstmals vergibt ZeLIG im Rahmen des Festivals einen eigenen Preis: Eine Jury aus Studierenden der Filmschule zeichnet einen Film mit dokumentarischen Elementen aus. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert und richtet sich an Langfilme aus den Sektionen Wettbewerb BFFB39, RealeNonReale, BFFB Special, Focus und Kleinsprachen DOC. Damit bringen die Studierenden eine eigenständige Perspektive in die Festivalbewertung ein und stärken den Blick auf hybride und dokumentarische Erzählformen.


Darüber hinaus sind die Studierenden aktiv in das Festivalgeschehen eingebunden: Sie führen täglich Interviews mit Filmgästen und machen diese Inhalte einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich. Die Gespräche werden über die Plattform Salto veröffentlicht und tragen so zur nachhaltigen Sichtbarkeit des Festivals bei.


Diese enge Verzahnung von Ausbildung, Praxis und Öffentlichkeit ist ein zentraler Baustein des Filmstandorts Südtirol. ZeLIG leistet damit nicht nur einen Beitrag zur Ausbildung, sondern auch zur aktiven Mitgestaltung der regionalen Filmkultur.

Scriptum – Vom Text zur Leinwand

Scriptum ist ein Drehbuchentwicklungsprogramm, das Autor:innen aus Südtirol die Möglichkeit bietet, ihre Filmideen unter professioneller Anleitung weiterzuentwickeln. Die Initiative wird von k.art, da Palmer Film sowie der IDM Film & Music Commission Südtirol und dem Amt für Film und Medien getragen und von Tanja Schweigl und Martine De Biasi didaktisch koordiniert.

Über mehrere Monate hinweg entstehen Exposés, Treatments und fertige Drehbücher. Ein Höhepunkt des Programms ist die öffentliche Lesung am 15. April 2026 im Filmclub Capitol. Sechs Autor:innen präsentieren Auszüge ihrer Arbeiten, die von Schauspieler:innen interpretiert werden.


Die Kuratorin Tanja Schweigl betont: „Die Lesung gibt Einblicke in die kreative Arbeit der Südtiroler Autor:innen beider Sprachgruppen und zeigt, wie sprachliche und kulturelle Vielfalt die Entwicklung neuer Filmstoffe bereichert.

Scriptum versteht sich bewusst als niederschwelliges Angebot, das Raum für Austausch, Feedback und gemeinsames Lernen schafft. Es begleitet Autor:innen von der ersten Idee bis hin zu konkreten, umsetzbaren Projekten und stärkt damit nachhaltig die lokale Drehbuchkultur.

Female Speed Meeting – Vernetzung und Sichtbarkeit

Mit dem Female Speed Meeting schafft das Festival einen offenen Raum für Frauen und gender-diverse Filmschaffende. In einem informellen Rahmen können Projekte vorgestellt, Ideen diskutiert und neue Kontakte geknüpft werden.


Organisiert von FAS – Film Frauen Roundtable & Female Views und moderiert von Nela Märki und Martine De Biasi, steht das Format für einen aktiven Beitrag zu mehr Diversität und Gleichberechtigung in der Filmbranche. Gerade für junge Filmschaffende bietet es eine wertvolle Gelegenheit, sich sichtbar zu machen und Teil eines unterstützenden Netzwerks zu werden.