„Die Entscheidung für das Teatro Cristallo ist Teil der Strategie des Festivals, neue Orte der Stadt einzubeziehen und Kultur im Dialog mit der Topografie Bozens zu denken. Das Teatro Cristallo ist seit Jahrzehnten eine wichtige kulturelle Institution der Stadt und ein zentraler Treffpunkt für die Bevölkerung. Dass das Haus zugleich als Kinosaal mit mehr als 400 Plätzen dient, macht es zu einem idealen Festivalspielort“, sagt Vincenzo Bugno, Künstlerischer Leiter des BFFB.
In Zusammenarbeit mit dem Museo Nazionale del Cinema in Turin eröffnet das Festival am 15. April um 18 Uhr im Teatro Cristallo mit La ragazza con la valigia (1961) von Valerio Zurlini. Die Vorführung ist der im Jahr 2025 verstorbenen Schauspielerin Claudia Cardinale gewidmet.
Der Film erzählt die Geschichte der jungen Aida, die von ihrem Geliebten verlassen wird und Zuflucht bei dessen 16-jährigem Bruder Lorenzo findet. Zwischen den beiden entsteht eine zarte, von Mitgefühl geprägte Beziehung, die jedoch bald auf den Widerstand der Familie stößt.La ragazza con la valigia wird von Carlo Chatrian, Leiter des Museo Nazionale del Cinema, eingeführt.
„Als eine der beliebtesten Schauspielerinnen des italienischen und internationalen Kinos hat Claudia Cardinale Figuren zum Leben erweckt, die Generationen von Zuschauern verzaubert haben“ betont Carlo Chatrian, Direktor des Museo Nazionale del Cinema. „Die Schauspielerin, die sich sowohl im Autorenfilm als auch im Genrefilm zu Hause fühlte, war eine Ikone der Eleganz und Schönheit. Ausgestattet mit einer großen Bühnenpräsenz, gepaart mit jener Unbekümmertheit, die sie stets auszeichnete, wollte das Museo Nazionale del Cinema in Turin anlässlich ihres kürzlichen Ablebens mit einigen Aufnahmen von Angelo Frontoni an sie erinnern, dem Fotografen der Diven, der es verstand, jene natürliche Empathie wiederzugeben, die die Schauspielerin zu wecken vermochte.“
Im Anschluss folgt Un anno di scuola (2025) von Laura Samani, frei nach der Novelle Ein Schuljahr von Giani Stuparich aus dem Jahr 1929. Der Film spielt aber im Triest der 2000er-Jahre: Die Schwedin Fred zieht mit ihrem Vater in die Hafenstadt und wird das einzige Mädchen in einer Abschlussklasse voller Jungen. Zwischen Freundschaft, Rivalität und ersten Gefühlen versucht sie, ihren Platz in der Gruppe zu finden. Bei der Vorführung werden die Drehbuchautorin Elisa Dondi und die Schauspieler Pietro Giustolisi und Samuel Volturno anwesend sein.
Am 18. April um 16:30 Uhr zeigt das BFFB mit Gioia mia (2025) von Margherita Spampinato einen Film aus der Kinder- und Jugendsektion LiLi – Little Lights, die erstmals im Wochenendprogramm vertreten ist und ein junges Publikum ebenso wie Familien zum Festival einlädt. Im Mittelpunkt des Films steht Nico, ein lebhaftes Kind aus einer modernen, hypervernetzten Welt, das den Sommer bei einer streng religiösen Tante in einem alten sizilianischen Palazzo verbringt, fern von Internet und Technologie und umgeben von Legenden und Aberglauben.
„Wir freuen uns sehr und sind stolz darauf, das Bolzano Film Festival Bozen im Teatro Cristallo begrüßen zu dürfen. Diese Zusammenarbeit ist für uns eine wichtige Anerkennung und zugleich eine wertvolle Gelegenheit, den Dialog zwischen unserem Theater und der Stadt zu stärken und uns neuen Zielgruppen und Ausdrucksformen zu öffnen. Die Rückkehr des Kinos ins Cristallo ist Teil einer umfassenderen Vision von Zugänglichkeit und Teilhabe, in der kulturelle Einrichtungen zusammenarbeiten, um gemeinsame Gelegenheiten für Wachstum und Begegnung zu schaffen.» erklärt Gaia Carroli, Direktorin des Teatro Cristallo.
Das Teatro Cristallo entstand im Bozner Stadtteil Europa-Neustift, der sich ab den 1930er-Jahren mit dem Bau von Sozialwohnungen und der Industrialisierung rasch entwickelte. 1954 wurde das Cinema Teatro Cristallo eröffnet und diente zunächst als Theater und provisorische Kirche der neu entstehenden Pfarrei Regina Pacis. In den folgenden Jahren entwickelte sich das Haus zu einem wichtigen kulturellen und sozialen Treffpunkt des Viertels. Nach der Schließung 1973 und einer späteren Sanierung wurde das Gebäude 1989 wieder der Pfarrei übergeben. Seit der umfassenden Renovierung ab 2001 ist das Teatro Cristallo erneut ein lebendiges Kulturzentrum mit rund 430 Plätzen und einem vielfältigen Programm aus Theater, Film, Musik und Begegnungen.
Die Karten für die Vorführungen im Teatro Cristallo können ab dem 1. April an der Kinokasse in der Streitergasse oder online erworben werden. Eine Stunde vor Beginn der Vorstellungen am 15. und 18. April sind Tickets auch im Teatro Cristallo erhältlich.
Für die LiLi-Vorführung gilt für Kinder und Erwachsene ein reduzierter Eintrittspreis von 5,00 €.
Abonnentinnen und Abonnenten des Teatro Cristallo erhalten Ermäßigungen auf Einzelkarten (7,00€) sowie den Festivalpass (40,00€).
Weitere Informationen zu Tickets und Programm auf der Website des Festivals: filmfestival.bz.it.










