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Kleinsprachen DOC

Was bedeutet es, eine Sprache zu sprechen, die von den meisten Menschen in der Umgebung nicht geteilt wird? Wie hält man eine Minderheitensprache innerhalb einer kleinen Gemeinschaft lebendig und was ist der Sinn davon?

Diesen (und vielen anderen) Fragen widmet sich die Reihe „Kleinsprachen DOC“, die in Zusammenarbeit mit der Freien Universität Bozen und dem Masterstudiengang Angewandte Linguistik organisiert wird.

„Kleinsprachen DOC“ ist eine Reise durch nahe und ferne Gebiete, die zwei verschiedenen Pfaden folgt: Einerseits der Erhaltung von Minderheitensprachen, die tief im Land verwurzelt sind (frankoprovenzalisch, sardisch, friaulisch), und andererseits der Entdeckung, dass selbst „große“ Sprachen klein werden, wenn sie von Migrant*innen als Bindeglied zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen neuer und alter Heimat fungieren, wie es für das Englisch der „Dreamers“, die nach Mexiko-Stadt zurückkehren, geschieht, oder für das Kreolische der Haitianer in Chile und für das Italienisch der Krim.
Jede Situation ist anders, jede Minderheit hat ihre eigenen Besonderheiten, aber der innere Blick, den diese Filme bieten, lässt uns schlussendlich ein ähnliches Gefühl wahrnehmen. Kurator*innen der Reihe sind Silvia Dal Negro, Daniele Ietri, Daniela Veronesi und Eleonora Mastropietro.

 

Kleinsprachen DOC 1 (Filmblock 1)
+ Sotto le stelle fredde di Stefano Giacomuzzi
+ Bar Seui di Andrea Deidda
+ Little LA, Fernanda H. García Besné

Kleinsprachen DOC 2 (Filmblock 2)
+ Ferro di Alessio Zemoz
+ Castaways of Kerch di Stefano Conca Bonizzoni
+ Zanmi, Rubén Sánchez

Die Tickets zu den Filmen dieser Reihe können Sie hier erwerben..

 

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Sotto le stelle, Stefano Giacomuzzi

 

ZeLIG presents: In memoriam Valentina Pedicini

Am 8. April startet das online-Projekt „In memoriam Valentina Pedicini (1978 – 2020)“ von Filmclub, ZeLIG, BFFB und Female Views.

Dieses Projekt im Rahmen von „non molliamo – weiter geht’s“ ist in Südtirol zu Hause, weil die Filmemacherin Valentina Pedicini eng mit Südtirol verbunden war. 2020 verstarb sie viel zu früh. Ihr letzter Film „Faith“ hätte in ihrer Anwesenheit beim BFFB laufen sollen.

2007 kommt Valentina nach Bozen an die ZeLIG um Regie zu studieren. Hier begegnet sie auch ihren vielen Mitschülerinnen und Mitschülern, die sie auf ihrem beruflichen Werdegang begleiten werden. „Filmemachen war für Valentina eine wahre Berufung, eine große Leidenschaft“, so die Direktorin der ZeLIG Heidi Gronauer. „Sie hat es sich nie einfach gemacht. Sie war eine Kämpferin, die sich immer auch selbst ins Spiel gebracht hat. Das war die Stärke ihrer Filme, weil sie den ProtagonistInnen Raum gab, sich in ihrer Vielschichtigkeit, Brüchigkeit und Menschlichkeit zu zeigen. In den Filmen von Valentina spürt man ihre Stimme, ihre Suche und eine leidenschaftliche Notwendigkeit, die Geschichte ihrer ProtagonistInnen zu erzählen.“

Dank der engen Kooperation zwischen jenen, denen die Filmkultur nach wie vor am Herzen liegt, kann jetzt ein umfassender Blick auf ihr außergewöhnliches Werk geworfen werden. Einen Blick hinter die Kulissen gibt es auch.

Vom 8. – 12. April: In memoriam Valentina Pedicini (1978-2020) auf www.filmclub.it

 MY MARLBORO CITY, 50 Min., IT 2010 Produktion ZeLIG
R: Valentina Pedicini, K: Stefania Bona, E: Kathrin Dietzel

Brindisi galt jahrelang als Zentrale des Zigarettenschmuggels. Pedicini kehrt nach zu Hause zurück, um herauszufinden, was seitdem geschehen ist. Sie erzählt die Geschichte dieser Stadt über die Geschichten von vier Personen aus vier Generationen: Nanda, Rino, Salvatore, Andrea.

DAL PROFONDO, 72 Min., IT 2013
R: Valentina Pedicini, K: Jakob Stark, Musik: Federico Campana, Ton: Martin Fliri
Producer: Alessandro Borrelli, Produktion: La Sarraz Pictures, Associate producer: Da Palmer Film von Daniel Mahlknecht.
(Mit Unterstützung von IDM Südtirol/Alto Adige)

Pedicini begleitet die einzige Bergarbeiterin Italiens, Patrizia Saia, bei ihrer Arbeit 500 Meter unter der Erde. Das Team verbrachte 26 Tage mit Saia und 150 Bergleuten vorwiegend unter der Erde.

ERA IERI, 15 min., IT 2016, Fiction Film
R: Valentina Pedicini, K: Jakob Stark, Ton: Martin Fliri
Produzent: Alfredo Covelli, Produktion: 2016 Meproducodasolo

Giò ist 13 Jahre alt und lebt in Süditalien. Sie ist Chefin einer Jugendbande und heimlich verliebt in Paola. Um deren Herz zu erobern ist sie bereit, es mit den männlichen Rivalen aufzunehmen. Dann am letzten Sommertag findet die Unschuld ein Ende.

DOVE CADONO LE OMBRE, 103 Min., IT 2017 Produktion Fandango, Fiction Film
R: Valentina Pedicini, K: Vladan Radovic, Drehbuch: Francesca Manieri und Valentina Pedicini
Mit: Elena Cotta, Federica Rosellini, Josafat Vagni, Lucrezia Guidone, Alberto Cracco

Der Spielfilm erzählt von einer realen Begebenheit aus der Schweiz. Dort wurden ab 1926 Jenisch-Kinder in ein Umerziehungsheim gebracht, es gab Misshandlungen, auch Euthanasie. Pedicini nimmt die Texte der Schriftstellerin und Überlebenden Mariella Mehr zum Ausgangspunkt, um eine Geschichte zu erzählen, die zwischen dem Damals und dem Heute angesiedelt ist.

Vorpremiere zum BFFB (8. – 12. April)

MIO SOVVERSIVO AMORE, 23 Min., IT 2009, Produktion ZeLIG
R: Valentina Pedicini, K: Stefania Bona, E: Kathrin Dietzel

Julius Kaiser ist ein Drag King. Eine Frau, die sich als Mann verkleidet, bei der Arbeit, aus Spaß, aus Prinzip. Kyrahm ist seine Begleiterin auf der Bühne und im Alltag. Diese zwei Frauen wurden begleitet, um herauszufinden, dass hinter falschen Bärten, extremen Absätzen und Scheinwerferlicht am Ende immer und einzig die Liebe triumphiert. Die wahre Geschichte von Julia und Miriam.

BFFB (14. – 18. April)

Masterclass: mit Bastian Esser am 16. April 10h

PATER NOSTER, 18 Min., IT 2008, Produktion ZeLIG
R: Valentina Pedicini, K: Bastian Esser, E: Sven Albertini, Kathrin Dietzel

Dokumentarfilm über die besondere Beziehung zwischen der italienischen Kung-Fu-Meisterin und ihrem Meister und Trainer.

FAITH, 90 Min., IT 2019
R: Valentina Pedicini, K: Bastian Esser – M: Federico Campana
Stemal Entertainment, Rai Cinema mit Unterstützung von MiBACT, IDM Film Fund & Commission

Ein Kloster in den italienischen Hügeln, ein Kung-Fu-Lehrer, eine Gemeinschaft christlicher MönchInnen, ein einziger Glaube: Das Böse mit Hilfe des Vaters bekämpfen. Die „Kriegerischen Mönche“, Ex-Kampfsport-Champions bereiten sich seit 20 Jahren auf einen „höheren“ Krieg vor und das mit nächtlichen Gebeten und qualvollen Trainings. Eine poetische und emotionale Reise in eine unbekannte Welt, ein Film, der versucht, den tieferen Gründen für diese radikale Lebensentscheidung nachzuspüren. Was ist man bereit aufzugeben um im Namen des Glaubens zu gewinnen?

 Talks immer online unter www.filmclub.it

  • Biografilmfestival 2020: Caterina Mazzucato mit Valentina Pedicini
  • Female Views: Brigitte Hofer mit den zwei Performance-Künstler:innen Julius Kaiser und Rita Kyrahm Chessa
  • Female Views: Alma Vallazza mit Jakob Stark und Stefania Bona (beide Kamera)
  • Female Views: Angelika König mit Federico Campana (Filmmusik)
  • Female Views: Renate Mumelter mit Heidi Gronauer (ZeLIG)

 Alles online unter www.filmclub.it

 

Werkschau Carmen Tartarotti

Update April 2021:  Die Werkschau findet nicht statt.

Die Werkschau am BFFB ist der Filmemacherin Carmen Tartarotti gewidmet

Carmen Tartarotti wuchs in den 1950er Jahren in Latsch, im Vinschgau auf. Nach dem Abitur studierte sie Germanistik und Politik in Frankfurt am Main. 1981 realisierte sie ihren ersten experimentellen Kurzspielfilm Kribus-Krabus-Domine, der 2019 in der Retrospektive „Selbstbestimmt. Perspektiven von Filmemacherinnen“ auf der Berlinale gezeigt wurde. Er stellte den Beginn einer freien, unabhängigen Filmarbeit dar. In der Folge widmete sich Carmen Tartarotti dem Dokumentarfilm, wählt ihre Filmthemen vorwiegend selbst und zeichnet als Autorin, Regisseurin und Produzentin.

Über Ihre Filmarbeit sagt sie: „Es ist der schmale Grat zwischen Realität und Poesie, der mich interessiert. Es gibt so viele unbeachtete Dinge, die uns umgeben. Erst wenn eine spezifische Aufmerksamkeit in einem vorhanden ist, eine gewisse Spannung und die Bereitschaft sich damit zu beschäftigen, kann sich etwas entzünden. Es ist ein bisschen wie mit der Liebe. Es braucht den erotischen Moment”. Die Filmemacherin lebt und arbeitet in Berlin.

In der Werkschau werden ausgewählte Filme gezeigt, wie Kribus-Krabus-Domine (1981), 1 Häufchen Blume, 1 Häufchen Schuh (1991), Paradiso del Cevedale (1993), Das Schreiben und das Schweigen (2009) und Wir können nicht den hellen Himmel träumen (2014). In einer Masterclass wird Carmen Tartarotti über ihre Herangehensweise als unabhängige Filmemacherin sprechen. Die Werkschau entsteht in Zusammenarbeit mit dem Centro Culturale Trevi.

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Foto: Robert Newald/Viennale

Focus Europa: Tschechische Republik

Update April 2021: Die Reihe Focus Europa wird verschoben.

Mit Focus Europa, dem seit 2016 eingerichteten Fenster für ein jährlich wechselndes zusätzliches europäisches Land, werden Highlights seines aktuellen Filmschaffens präsentiert und ein Blick auf dessen Filmgeschichte geworfen. Nach Luxemburg (2017) und Litauen (2018), Ungarn (2019) wird es 2021 die Tschechische Republik sein.

Kooperationspartner für die Reihe Focus Europa ist 2021 das Czech Film Center.

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„Pravda vítězí“ (Die Wahrheit siegt) lautet der Wahlspruch dieses Landes, der tschechische Film nimmt eine herausragende Rolle im europäischen Kino ein. Die Filmreihe mit jüngsten Filmarbeiten aus Tschechien und einem Klassiker entsteht in Zusammenarbeit mit dem Czech Film Center, Barbora Ligasová.

Im Programm werden folgende Filme gezeigt:

Forman vs. Forman (2019) von Helena Trestikova e Jakub Hejna. Der Dokumentarfilm zeichnet das Leben des außergewöhnlichen Regisseurs Miloš Forman nach und sein Engagement für die Freiheit und gegen die damaligen kommunistischen Institutionen in der Tschechoslowakei. Über Erinnerungen seines Sohnes Peter erzählt.

Jan Palach (2018), dieser Spielfilm von Robert Sedlácek bringt die Geschichte des jungen Studenten Jan Palach auf die Leinwand, der sich 1969 aus Protest gegen die sowjetische Unterdrückung selbst anzündete und starb. Ein Film über Unschuld, den Verlust von Illusionen und einer fatalen Entscheidung.

Winter Flies (2018) ist ein tschechisches Roadmovie-Drama des slowenischen Regisseurs Olmo Omerzu. 2 junge Menschen machen sich auf den Weg, das Leben zu erkunden, feiern ihre Freundschaft, und überschreiten dabei auch im jugendlichen Übermut Grenzen.

Dcera (Daughter) von Daria Kaasheva ist ein animierter Kurzfilm aus dem Jahr 2019, der in kürzester Zeit etliche Preise gewonnen hat und für den Oscar 2020 nominiert war. Der Film greift die Bindung zwischen einem Vater und seiner Tochter auf, die durch unausgesprochene Dinge und nur langsam heilende Wunden gefährdet ist.

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