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Online Event: Miterlebte Gewalt

Das Bolzano Film Festival Bozen lädt bis 21. November zum Spielfilm „Der Taucher“ und am 18. November zu einem Talk zum Thema „Miterlebte Gewalt“

Wie geht es Kindern, die mit Gewalterfahrungen in der Familie aufwachsen müssen? Was hat das für Auswirkungen?

Diesen Fragen spürt der österreichische Regisseur Günter Schwaiger im Film DER TAUCHER nach.

Der Film lässt in seiner Spielfilmhandlung häusliche Gewalt und miterlebte Gewalt direkt unter die Haut gehen. Der Film zeigt, wie sich miterlebte Gewalt auf das spätere Leben auswirken kann.

DER TAUCHER ist ab sofort (in Deutsch und Englisch) über untenstehenden Link zu sehen. Das Ticket kostet 5 Euro, der Betrag geht zur Gänze an die Produktionsfirma.

 

Am 18. November um 20 Uhr 15 folgt der Online FilmTalk „Miterlebte Gewalt„, in Zusammenarbeit mit dem NETZWERK GEWALTPRÄVENTION via Facebook.

Es diskutieren Marcella Pirrone, Rechtsanwältin und Präsidentin des europäischen Netzwerks „Wave – Women against violence Europe„, Cristina De Paoli , Psychologin und Koordinatorin des Zentrums „Il Germoglio- der Sonnenschein La Strada – der Weg“, Guido Osthoff, Leiter der Männerberatung Caritas und der Regisseur Günter Schwaiger. Es moderiert Sabina Frei.

Hier finden Sie Interviews von Renate Mumelter mit den Referent*innen. „Die Frauen wollen Sicherheit für sich und ihre Kinder“, „Gewalt im Elternhaus. Kinder brauchen Hilfe“, „Antigewalttraining und Männerberatung, was ist das?“

Hier finden Sie wichtige Kontaktadressen!

Der Online FilmTalk wird über die Facebook Seite des Bolzano Film Festivals Bozen und des Forum Prävention übertragen.

Es ist bereits der zweite Film, den Günter Schwaiger dem Thema Gewalt gegen Frauen widmet. In der Dokumentation MARTAS KOFFER (2013) ging er der Arbeit mit Gewalttätern nach und porträtierte eine Frau, die einen Mordanschlag ihres Mannes überlebt hatte. Mit DER TAUCHER widmet sich Schwaiger nun mit einem Spielfilm der Gewalt durch Männer und fokussiert vor allem darauf, wie Kinder mit dieser Gewalt umgehen. Der Film ist in Ibiza angesiedelt, womit gemeinhin ein sonniger Ferienort assoziiert wird. Günter Schwaiger:

Ich komme vom Dokumentarfilm und wollte aber keinen dokumentarischen Spielfilm drehen, sondern in der Fiktion bleiben. Ich habe deshalb stark auf Symbole gesetzt. Das erste Symbol ist die Insel selbst, eine Insel, wo jeder das Glück sucht. Es kann aber auch ein Gefängnis sein, wenn die Wünsche nicht in Erfüllung gehen. Es gibt im Film auch die Animationskunst, die Tochter Lena kreiert animierte Kunstfilme, die ihr helfen, das Trauma zu überwinden und das stärkste Symbol ist dann noch jenes des Tauchens, das Hineingehen in das Verborgene.“

Wenn Kinder in der Aufarbeitung von Gewalterfahrungen keine Hilfe bekämen, so der Regisseur,  und es allein nicht schaffen, verinnerlichen und verdrängen sie oft die Gewalt. Das könne später ein Wiederholungsmuster auslösen, sowohl als Täter wie auch als Opfer – und die Gewaltspirale drehe sich weiter.

Hier finden Sie ein Radiointerview von Julia Mitterlehner mit dem Regisseur Günter Schwaiger über Feminizide in Österreich und Spanien im Vergleich und über die Hintergründe des Films.

 

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Julia Franz Richter Franziska Weisz@Robert Staudinger

Julia Franz Richter, Dominic Marcus Singer@Robert Staudinger